Freiburg im Breisgau: Neuausrichtung am Panoramahotel und Expansion der Dormero-Gruppe

Panoramahotel Freiburg: Sanierung und Wiedergeburt als Spa-Hotel

Seit einem Brand im Juni 2024 ist das traditionsreiche Panoramahotel hoch über den Dächern von Herdern geschlossen. Das Feuer war in der Heizzentrale ausgebrochen und hatte über die Lüftungsanlage einen Millionenschaden verursacht. Während alle Gäste und Mitarbeitenden unverletzt bleiben konnten, steht das Gebäude aus dem Jahr 1972 seither leer.

Freiburg im Breisgau: Neuausrichtung am Panoramahotel und Expansion der Dormero-Gruppe
© Taxiarchos228 (CC BY 3.0)

Die neuen Eigentümer um den Berliner Investor Jürgen Elsing von der Virtus Holding präsentierten nun Pläne für eine vollständige Neuausrichtung. Anstelle des bisherigen Tagungshotels soll ein Wellness- und Spa-Hotel entstehen. „Wir wollen etwas Schönes für Freiburg machen“, erklärte Elsing gegenüber dem Freiburger Wochenbericht. Der Fokus soll auf Day-Spa-Angeboten liegen, da das Tagungsgeschäft seit Corona eingebrochen sei.

Architektonische Vision und Nachhaltigkeit

Der Münsteraner Architekt Kilian Kresing plant eine Kernsanierung des als „Kind seiner Zeit“ mit brutalistischer Fassade beschriebenen Betonbaus. Das Bestandsgebäude soll in den Rohbauzustand zurückgebaut und mit einer neuen thermischen Hülle aus Holz versehen werden. Ein Energiekonzept mit Kälte- und Wärmeentnahme aus dem Boden sowie Fassadenbegrünungen soll das Gebäude stärker in die natürliche Umgebung einfügen. Der bestehende Pool soll nach außen hin vergrößert werden. „Wir wollen das Gebäude in die Zukunft katapultieren für die kommenden 70 Jahre“, so Kresing.

Zimmerzahl und kritische Stimmen

Durch neue Zuschnitte und größere Bäder soll die Zimmerzahl von 86 auf 62 reduziert werden. Um die Wirtschaftlichkeit zu sichern, planen die Investoren jedoch ein zusätzliches Geschoss mit 15 weiteren Zimmern. Dies stieß beim Freiburger Gestaltungsbeirat auf Vorbehalte, da die flache Gebäudesilhouette verändert würde. „Wir können die Pläne sehr gut nachvollziehen, haben hier aber Bauchschmerzen“, sagte Beiratsmitglied Stefanie Eberding. Auch der Bürgerverein Herdern sieht „erheblichen Klärungsbedarf“ bei der Parkplatzlösung und kritisiert mögliche Eingriffe in die Natur. Das Gremium riet zudem von massiven Stützwänden für den geplanten Außenpool ab. Die endgültigen Planungen stehen noch aus, da das Sachverständigenverfahren mit der Versicherung noch nicht abgeschlossen ist.

Dormero übernimmt Vienna House Freiburg

Parallel entwickelt sich der Freiburger Hotelmarkt mit der Expansion der Dormero-Gruppe weiter. Das Unternehmen übernahm das bisherige Vienna House by Wyndham Freiburg in der Elisabeth-Geissler-Ruckmich-Straße 10 und wird es in Dormero Hotel Freiburg umbenennen. Mit den 128 Zimmern wächst das Portfolio der Kette auf 64 Hotels.

„Wir freuen uns riesig, jetzt auch in Freiburg vertreten zu sein“, erklärte CEO Manuela Halm. „Die Stadt ist wirtschaftlich stark, touristisch attraktiv und passt perfekt in unser Konzept.“ Der langjährige Hotelinvestor Ben Dahlheim, der bereits an mehreren Dormero-Standorten beteiligt ist, fungiert erneut als strategischer Partner und Vermieter. Die Umstellung auf den neuen Betreiber erfolgte im Laufe des Novembers.

Modernes Konzept und digitale Services

Das Haus soll mit einem modernen Konzept, digitalen Gästeservices und einem frischen Markenprofil aufgestellt werden. „Wir möchten das Haus elektrisieren und zu einem Dormero-Vorzeigehotel machen“, betonte CCO Michael-Hartmut Berger. Für die REVO Gruppe ist es das dritte Hotel innerhalb kurzer Zeit nach den Amedia Hotels in Linz und Bielefeld.

Freiburg im Breisgau als Reiseziel

Die Entwicklungen im Hotelmarkt unterstreichen die Bedeutung Freiburgs als touristischer Standort. Die Stadt am Fuße des Schwarzwalds verbindet historisches Stadtbild mit moderner Infrastruktur und dient als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region, etwa zum Schauinsland, in die Vita Classica Therme oder zum Europa-Park in Rust.